Geschichte der Schule |
|
Im Januar 1869 reichte ein provisorisches Comité, an dessen Spitze Herr Fabrikant Gustav Birkner (im Bild ist das Firmengebäude der Firma Birkner zu sehen) von hier stand, Statuten der Fortbildungsschule für Zeulenroda ein.
Die zu gründende Fortbildungsschule sollte im Anschluss an die hiesigen städtischen Schulen den konfirmierten Jünglingen innerhalb unserer Gemeinde wie auch den von auswärts herbeigekommenen den zu ihrer weiteren Ausbildung erforderlichen Unterricht gewähren.
Über die Unterrichtszeit war nur gesagt, dass der Unterricht den öffentlichen Gottesdienst und die Christenlehre nicht stören dürfe. Der Träger dieser Schule war ein Verein. Da sie ganz auf freiwilligen Schulbesuch aufgebaut war, erfüllte sie die gehegten Erwartungen nicht und ging nach kurzem Bestehen leider ein." (aus: Die Stadt Zeulenroda - Eine kurze Monographie - Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Rathauses als Festschrift, herausgegeben vom Stadtvorstand , Bernhard Sporn, Buchdruckerei Zeulenroda, 1927).
So beschrieb Franz Fleischer, der spätere Berufsschuldirektor, die Anfänge des Berufsschulwesens in Zeulenroda.
Obwohl man im Gewerbe wie auch im Lehrerverein das Fehlen einer Fortbildungsschule bedauerte, mussten erst noch drei Jahrzehnte vergehen, ehe der Berufsschulgedanke wieder aufgegriffen wurde. Im März 1900 bat die Maurer- und Zimmerer-Innung, für ihre Lehrlinge Pflichtfortbildungsunterricht in Zeulenroda einrichten zu dürfen, damit sie gewerblich, technisch und sittlich gefördert würden." (ebenda) So kam es am 23. April 1900 zur feierlichen Eröffnung der Innungsfortbildungsschule in Zeulenroda.
Dem Drängen des Gewerbevereins und dem Bemühen des Volksschuldirektors Ferdinand Almar Hetzer ist es zu verdanken, dass 1906 diese Einrichtung zu einer gewerblichen Fortbildungsschule erweitert wurde, die auch anderen gewerblichen Lehrlingen eine schulische Ausbildung bot und den Unterricht auf die Tagesstunden verlegte.
Im Jahre 1913 wurde ein Fortbildungsschulgesetz für das Land erlassen, "wonach jeder Ort des Landes seine Knabenfortbildungsschule haben musste; die Mädchenfortbildungsschule war gewünscht." (ebenda) Deshalb wurde zu Ostern 1914 die städtische gewerbliche in eine allgemeine staatliche Fortbildungsschule umgewandelt. Eine Fortbildungsschule für Mädchen wurde erst 1925 eröffnet.
Von Anfang an sah sich die Schule vor das Problem gestellt, eine ausreichende Anzahl von Unterrichtsräumen zur Verfügung zu stellen, denn sie besaß kein eigenes Gebäude. Auch Umzüge ins Pflugbeilsche Haus (1920) und ins Heinrichstift (1921) brachten keine dauerhafte Lösung. Da es auch in den Städten Gera, Greiz und Triebes sowie einigen umliegenden Gemeinden ähnliche Schwierigkeiten gab, schlug der Schulvorstand Langenwetzendorf die Bildung eines Zweckverbandes für den Bau einer gemeinsamen Berufsschule vor. Dieses Projekt fand eine breite Zustimmung, doch erst 1930 konnte eine Einigung über den Standort erzielt werden.
Am 20. November 1930 erwarb die Stadt Zeulenroda das Gebäude des ehemaligen kaiserlichen Postamtes in der heutigen Greizer Straße 92 a, das 1900 von Baumeister Gustav Scheinpflug errichtet worden war, und beschloss, es zur Berufsschule auszubauen.
Am 24. April 1934 konnte die Berufsschule in einige Räume des heutigen Schulgebäudes einziehen, doch die Probleme waren damit noch nicht gelöst. Für 6 Lehrer standen nur 5 Räume zur Verfügung und vieles Notwendige fehlte; doch zum ersten Mal hatte die Berufsschule in Zeulenroda ihr eigenes Gebäude.
Die Berufsschule, wie sie inzwischen umbenannt worden war, nahm seit dieser Zeit einen beachtlichen Aufschwung. Außerdem gliederten sich auch freiwillige Lehrgänge für Zeichnen und Rechnen der verschiedenen Gewerbe sowie Modellierlehrgänge an.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste die Berufsschule im April 1945 ihre Pforten schließen.
Weiter zu Wiederaufbau der Berufsbildung nach 1945
SBBS Zeulenroda | Greizer Straße 92a | 07937 Zeulenroda-Triebes, Thüringen | Tel: 036628 82608 | Fax: 036628 89602